What a lovely way.

Oft werde ich danach gefragt, wie ich darauf komme Floristik zu machen wenn ich das doch gar nicht gelernt habe. Ich kann das nicht so ganz genau beantworten, denn ich war nicht gestern Studentin und heute bin ich Anna mit x Hochzeiten im Jahr und einem Blumenladen. Tatsächlich hat sich das alles nach und nach entwickelt.

An einen Moment, der ausschlaggebend dafür war, kann ich mich trotzdem noch sehr gut erinnern:
Wir hatten uns entschieden den ersten Geburtstag unseres Sohnes groß zu feiern. Heiraten wollten wir (noch) nicht. Aber ein Fest um die Liebe zwischen uns und für den Kleinen zu feiern, darauf hatten wir Lust! Also ging es los. Ich plante, bastelte, organisierte, mietete einen Gewölbekeller kaufte so ziemlich die ganzen Kraftpapierbestände der Region auf und überlegte mir ein Blumenkonzept. Wir hatten unglaublich viel Hilfe von unseren Freunden, von der Familie. Damals waren Pompoms hoch angesagt und unglaublich teuer weswegen wir jeden Bogen Papier selbst gemalten geschnitten und gezappelt haben. Ich weiß nicht wie viele Stunden wir damit verbracht haben! Es war allerdings wirklich ein gelungenes und Fest wir hatten alle so viel Spaß miteinander.

Auf dieser Feier fragten mich viele Gäste wen ich denn beauftragt hätte (Niemand),wer die Einladungen gemacht hat (Lukas) woher das Essen käme (unsere Eltern), welcher Florist die Blumen gemacht hat. Als ich dann immer wieder sagte, dass wir alles selbst organisiert, dekoriert und geplant haben, sagte dann eine Freundin zu mir: „Wieso machst du das eigentlich nicht beruflich?“ Recht hatte Sie! Wieso eigentlich nicht?

Und so fing ich einfach an. Ich erzählte im Bekanntenkreis von meiner Idee, Lukas erstellte mir mein erstes Logo und wir druckten Visitenkarten. Noch im selben Jahr hatte ich drei kleine Aufträge. Von da an habe ich wirklich alles Mögliche gemacht und kam meinem Traum, der langsam Gestalt annahm, mit jedem Schritt ein bisschen näher.

Für das PHILIPP-Magazin habe ich DIY’s geschrieben und gebastelt, bin auf Flohmärkte gegangen und habe Blumenkränze und Blumensträuße verkauft. Irgendwann habe ich Workshops über Facebook inseriert und einfach nicht mehr damit aufgehört. Natürlich lief das alles nicht immer glatt und gut über die Bühne. Ich habe viele Menschen kennen gelernt, einige die mich unterstützen und andere die mich gebremst haben. Für manche Menschen war ich die Bremse, für andere der Motor. Das ist normal und gehört dazu. Ich bin der festen Überzeugung, dass man keinen Erfolg haben kann wenn man nicht prinzipiell auch dafür bereit ist zu scheitern. Oh wie oft ich Dinge falsch gemacht habe. Aber: Ich bin noch da. Wir sind noch da und haben dieses bezaubernde kleine Geschäft. Ich arbeite mit meinem Ehemann gemeinsam und haben sogar bald eine Aushilfe1!

Heute schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen wenn ich daran denke, dass ich für ein paar Euro stundenlang auf einem Flohmarkt stand, nur um zu merken dass das nun wirklich nicht der richtige Ort war um Blumen zu verkaufen. Ich bin durch die Wälder gestreift und habe Stundenlang Schnittgrün gesammelt. Ich habe bei den Nachbarn Hortensien schneiden dürfen und Kränze gebunden. Heute wird mir alles geliefert. Wobei ich an einem schönen Zweig oder einer Wildblume selten einfach so vorbei gehen kann.

Ich liebe es zurück zu blicken und all diese Momente in Gedanken zu durchlaufen. Denn auch wenn es oft anstrengend war, war es doch immer mein Leben, unser Leben. Jonah’s erste Lebensjahre in denen ich immer kreativ war und mich austoben durfte. In denen niemand gesagt hat, bleib mal Zuhause, du hast ein Kind. Es war eher immer ein Yay, bring Jonah mit! Weder mein Mann noch unsere Familien haben mich jemals gebremst. Unsere Freunde haben mich immer unterstützt und mir meine kleinen Aufgaben gegeben. Und jetzt sind wir hier. Es ist ein Traum.

Und weil die Bilder aus dieser Zeit oft nur mit einem alten Handy gemacht wurden, habe ich euch einfach mal einige Bilder meines ersten richtigen Auftrags in die Galerie gepackt. Es war ein wunderschöne Gartengeburtstag, natürlich auch einer Lieben Freundin. Wir haben Wimpelgirlanden genäht und Lavendelsäckchen als Gastgeschenke gemacht. Es war das erste richtig schöne Fest und ich bin so froh,
die liebe Sandra Socha

die Bilder in 2015 gemacht hat. Unglaublich was in der Zwischenzeit alles entstanden ist.

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